Chamäleon – Haltung

Bei der Haltung des Chamäleons muss auf vieles geachtet werden. Bereits kleine Fehler können zu Krankheiten und im schlimmsten Fall zum Tod des Tieres führen.

Wie sehen die optimalen Haltungsbedingungen für das Chamäleon aus? Werden diese Reptilien einzeln oder paarweise gehalten? Was fressen Chamäleons und wie hoch sind die monatlichen Haltungskosten?

Das Chamäleon ist kein Kuscheltier

Ein Chamäleon braucht jeden Tag Pflege und Aufmerksamkeit. Auch wenn sich viele Tiere mit der Zeit an ihren Futtergeber gewöhnen, sind Chamäleons keine Kuscheltiere, sondern eignen sich eher zum Beobachten.

Chamäleons sind keine Tiere für Anfänger

Leider wird das Chamäleon immer noch als pflegeleichtes Tier angesehen. Tatsächlich jedoch gehört das Chamäleon nur in erfahrene Hände. Dies liegt zum Beispiel daran, dass die echsenartigen Tiere echte Künstler darin sind, ihren Gesundheitszustand zu verstecken. Nur mit dem nötigen Hintergrundwissen in Bezug auf Gesundheit, Haltung, Fütterung und Terrarium kann man Chamäleons artgerecht halten und diesen damit ein langes und glückliches Leben bescheren.

Chamäleons sind meldepflichtig

Da das Chamäleon eine bedrohte Tierart ist, ist es durch das Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt. Wer ein Chamäleon kauft, braucht deshalb Herkunftsnachweise. Darüber hinaus müssen die Tiere bei der zuständigen Behörde gemeldet werden. Eine Meldung muss auch dann erfolgen, wenn ein Chamäleon stirbt oder weitergegeben wird.

Einzelhaltung oder Paarhaltung?

Fast alle Chamäleon-Arten gelten als Einzelgänger, weshalb sie in Gefangenschaft auch einzeln gehalten werden sollten. Lediglich bei Tieren, die von klein auf aneinander gewöhnt sind und denen ein ausreichend großes Terrarium zur Verfügung steht, besteht die Möglichkeit, diese in einem Gehege zu halten. Kommt es zu Streitigkeiten und Kämpfen sollte jedes Chamäleon ein eigenes Terrarium bekommen.

Was fressen Chamäleons?

Chamäleon sind fleischfressende Tiere. Bevor man sich dafür entscheidet, ein Chamäleon bei sich einziehen zu lassen, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass dies bedeutet, den Tieren regelmäßig Futterinsekten zu verabreichen. Kaufen kann man diese in ortsansässigen Zoogeschäften oder so genannten Insektenfarmen. Da die Insekten dem Chamäleon lebend verfüttert werden sollten, muss man die Möglichkeit haben, diese so zwischenzulagern, dass diese einige Zeit am Leben bleiben. Hilfreich dabei sind kleine Faunaboxen.

Für das Chamäleon ist abwechslungsreiches Futter sehr wichtig. Es frisst sowohl Grillen als auch Heimchen, Heuschrecken, Waldschaben und Fliegen. Alle Futtertiere müssen vorher mit einem Vitamin-, Mineralstoff- und Kalkpräparat bestäubt werden. Im Sommer sollte man dem Chamäleon nährstoffreiches Futter von Wiesen anbieten, darunter Grashüpfer und Schnecken.

Zum Trinken sollte man dem Chamäleon rund um die Uhr frisches Wasser über eine Sprühflasche oder eine Tropftränke zur Verfügung stellen.

Wie viel soll ich füttern?

Was die Menge an Futter anbelangt, so richtet sich diese nach der Größe des Chamäleons. Demnach sollten junge Tiere jeden Tag etwa vier Futtertiere in maulgerechter Größe bekommen und einmal in der Woche eine Futterpause einlegen. Ein ausgewachsenes Chamäleon sollte 4-6 Futtertiere an 2-3 Tagen in der Woche bekommen.

Ein abgemagert Schwanz kann beim Chamäleon auf Mangelerscheinungen hindeuten. In diesem Fall müssen die Fütterungsgewohnheiten entsprechend korrigiert werden.

Wie hoch sind die Haltungskosten?

Auf keinen Fall sollten die Kosten unterschätzt werden, die durch die Haltung eines Chamäleons entstehen. Denn mit einem Terrarium, der passenden Ausstattung und Futter alleine ist es nicht getan. Die sensiblen Tiere stellen hohe Anforderungen an ihre Umgebung, was Belüftung und Beleuchtung anbelangt.

Nachfolgend eine Auflistung ungefährer Haltungskosten für jeweils ein Chamäleon pro Monat:

  • Futter (bei Verzehr von 2 Dosen Insekten pro Woche): 15 Euro
  • Vitamin- und Kalkpräparate: 5-15 Euro
  • Einstreu und Substrat: 15-30 Euro
  • Stromkosten: 10-20 Euro